Schwimmender Estrich ist die mit Abstand am häufigsten verwendete Verlegeart im modernen Wohnungsbau. Trotzdem herrscht in der Praxis viel Verwirrung: Ist Zementestrich automatisch schwimmender Estrich? Braucht man ihn für eine Fußbodenheizung? Und wie dick muss er eigentlich sein? Dieser Ratgeber beantwortet alle diese Fragen im Detail, mit konkreten Normwerten statt vager Aussagen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Was ist schwimmender Estrich? Definition und Wortherkunft

Schwimmender Estrich bezeichnet nach DIN 18560-2 („Estriche im Bauwesen — Estriche auf Dämmschichten“) einen Estrich, der auf einer Dämmschicht verlegt wird und dadurch vollständig von den angrenzenden Bauteilen (Wände, Rohdecke) entkoppelt ist. Er „schwimmt“ gewissermaßen auf der Dämmschicht, ohne starren Kontakt zur tragenden Struktur, außer über den nachgiebigen Randdämmstreifen an den Wänden. Die allgemeinen Anforderungen an Estriche selbst (unabhängig von der Verlegeart) regelt DIN 18560-1.

Diese Entkopplung ist der Grund für den Namen: Anders als beim Verbundestrich (fest mit dem Untergrund verklebt, DIN 18560-3) oder dem Estrich auf Trennschicht (nur durch eine Folie getrennt, ohne Dämmwirkung, DIN 18560-4), überträgt schwimmender Estrich keine Körperschallschwingungen direkt auf die Rohdecke. Diesen Unterschied behandeln wir ausführlich in einem eigenen Beitrag, hier nur so viel: Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass beim schwimmenden Estrich zwischen Dämmschicht und Rohdecke ein echter Dämmstoff mit definierter dynamischer Steifigkeit liegt, während beim Estrich auf Trennschicht lediglich eine dünne Trennlage ohne nennenswerte Dämm- oder Schallschutzwirkung eingebaut wird.

📌 Hinweis

Schwimmender Estrich ist keine Materialart, sondern eine Verlegeart. Das führt zu einer der häufigsten Verwechslungen im Bauwesen, siehe nächster Abschnitt.

 

Schwimmender Estrich vs. Verbundestrich: der Unterschied

Der wesentliche Unterschied zu einem Verbundestrich liegt in der Anbindung an die Rohdecke. Der Verbundestrich wird direkt und vollflächig mit dem Untergrund verklebt (meist über eine Haftbrücke oder Grundierung), überträgt dadurch Kräfte und Körperschall unmittelbar auf die Decke und benötigt eine geringere Mindestdicke (üblicherweise ab 3 cm), da er die Rohdecke als tragende Unterlage nutzt. Der schwimmende Estrich hingegen liegt auf einer Dämmschicht und ist über den Randdämmstreifen vollständig von den angrenzenden Bauteilen entkoppelt: Er überträgt keine Körperschallschwingungen direkt auf die Rohdecke, benötigt dafür aber eine größere Mindestdicke und eine höhere Aufbauhöhe. In der Praxis wird der Verbundestrich vor allem dort gewählt, wo kein Trittschallschutz gefordert ist und die Aufbauhöhe möglichst gering bleiben soll, während der schwimmende Estrich die Standardlösung im Geschosswohnungsbau und bei Fußbodenheizungen ist.

 

Zementestrich, Anhydritestrich oder Fließestrich: alle können schwimmend verlegt werden

Ein häufiges Missverständnis: „Ist Zementestrich schwimmender Estrich?“ oder „Ist schwimmender Estrich Fließestrich?“ Die Antwort liegt darin, dass beim Estrich drei unabhängige Klassifizierungsachsen existieren, die oft verwechselt werden: das Bindemittel (nach DIN EN 13813), die Konsistenz (halbtrocken vs. fließfähig) und die Verlegeart (nach DIN 18560). Ein Zementestrich kann also sowohl als Verbundestrich als auch als schwimmender Estrich ausgeführt werden, und dasselbe gilt für jedes andere Bindemittel.

Zementestrich (CT)

Das mit Abstand am häufigsten verwendete Bindemittel für schwimmenden Estrich in Deutschland. Halbtrocken angemischt und von Hand abgezogen oder als Fließestrich (Zement-Fließestrich, CTF) gepumpt. Verträgt eine vergleichsweise hohe Restfeuchte vor der Belegung, dafür mit längerer Trocknungszeit. Übliche Festigkeitsklassen im Wohnungsbau liegen zwischen CT-C20-F4 und CT-C30-F5.

Calciumsulfatestrich / Anhydritestrich (CA)

Von Natur aus selbstverlaufend, besonders geeignet für Fußbodenheizungen, da er die Heizrohre lückenlos umschließt und eine sehr ebene Oberfläche ergibt. Geringeres Schwindverhalten als Zementestrich, dadurch weniger Bewegungsfugen erforderlich. Empfindlich gegenüber Feuchtigkeit: nicht für Nassräume oder den Außenbereich geeignet, sofern nicht speziell abgedichtet. Übliche Festigkeitsklassen liegen zwischen CA-C20-F4 und CA-C40-F7, bei Fließestrich meist im oberen Bereich dieser Spanne.

Gussasphaltestrich (AS)

Heiß eingebaut, ohne Anmachwasser. Dadurch keine Trocknungszeit und keine Feuchtemessung notwendig, sofort nach dem Erkalten belastbar. Wird seltener im Wohnungsbau, häufiger in gewerblichen Bereichen oder bei sehr kurzen Bauzeitfenstern eingesetzt.

Kunstharzestrich (SR)

Auf Basis synthetischer Harze (meist Epoxid oder Polyurethan), mit sehr hohen mechanischen Festigkeiten. In der Praxis meist als dünne Beschichtung oder Reparaturestrich verwendet, seltener als vollflächiger schwimmender Estrich im Wohnungsbau.

Estrichart Bindemittel Trocknung/Belegreife Eignung Fußbodenheizung Typische Anwendung
Zementestrich (CT) Zement Längere Trocknungszeit, höhere zulässige Restfeuchte Geeignet, Standardlösung Wohnbau, breiteste Anwendung
Calciumsulfatestrich (CA) Calciumsulfat/Anhydrit Schnellere Trocknung, niedrige zulässige Restfeuchte Sehr gut geeignet, Standard bei Fußbodenheizung Wohnbau mit Fußbodenheizung
Gussasphaltestrich (AS) Bitumen Keine Trocknungszeit, sofort belastbar Möglich, seltener gewählt Gewerbe, kurze Bauzeitfenster
Kunstharzestrich (SR) Kunstharz Sehr schnell aushärtend, produktabhängig Selten als vollflächiger Heizestrich Industrieböden, Beschichtungen

Welche Estrichart wählen?

  • Ist eine Fußbodenheizung vorgesehen? Calciumsulfatestrich bietet die beste Rohrumschließung und Wärmeleitung, ist aber nicht für Nassräume oder den Außenbereich geeignet.
  • Muss die Bauzeit kurz sein? Gussasphaltestrich entfällt die Trocknungszeit vollständig, ist aber selten im klassischen Wohnungsbau anzutreffen.
  • Handelt es sich um einen Nassraum oder Außenbereich? Zementestrich ist hier die Standardwahl, Calciumsulfatestrich scheidet aus.

 

Wie ist schwimmender Estrich aufgebaut? Der Schichtaufbau im Detail

Der typische Schichtaufbau von unten nach oben:

  1. Rohdecke (tragende Betondecke oder Holzbalkendecke).
  2. Dampfsperre/Feuchtigkeitssperre (insbesondere über Kellerdecken oder auf Erdreich), typischerweise eine PE-Folie von etwa 0,2 mm Dicke.
  3. Dämmschicht (Wärme- und/oder Trittschalldämmung), üblicherweise 20 bis 30 mm dick im Wohnungsbau.
  4. Trennlage (weitere PE-Folie, ca. 0,1-0,2 mm), die verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Estrich in die Dämmschicht eindringt und dass der Estrich mechanisch mit der Dämmschicht verklebt.
  5. Randdämmstreifen an allen angrenzenden Bauteilen, über die gesamte Estrichdicke reichend.
  6. Estrichschicht selbst (Zement-, Calciumsulfat- oder Fließestrich, ggf. mit eingebetteten Heizrohren).
  7. Bodenbelag (Fliesen, Parkett, Vinyl usw.).

📌 Hinweis

Die Trennlage (Schritt 4) ist nicht mit der Dämmschicht (Schritt 3) zu verwechseln. Fehlt sie oder wird sie beschädigt verlegt, kann Estrichfeuchtigkeit die Dämmschicht durchfeuchten und ihre Dämmwirkung dauerhaft mindern.

 

Welche Dämmung unter schwimmendem Estrich? Trittschall- und Wärmedämmung

Die Dämmschicht unter schwimmendem Estrich erfüllt zwei Funktionen: Wärmedämmung und Trittschalldämmung, häufig kombiniert in einer einzigen Produktschicht (EPS- oder Mineralwolle-Trittschalldämmplatten, seltener Holzfaser-Trittschalldämmplatten).

Für die Trittschalldämmung ist das entscheidende Kennwert die dynamische Steifigkeit s‘ (gemessen nach DIN EN 29052-1, angegeben in MN/m³): je niedriger dieser Wert, desto besser die Trittschalldämmwirkung, aber desto nachgiebiger auch die Schicht unter Last, was wiederum eine höhere Estrichmindestdicke erfordert. Für die Wärmedämmung wird die Dämmschicht nach ihrer Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) klassifiziert, üblicherweise WLG 035 bis WLG 040 für die im Wohnungsbau gebräuchlichen Trittschalldämmplatten.

Dämmstoffklasse Dynamische Steifigkeit s‘ Wärmeleitfähigkeit λ (WLG) Trittschalldämmwirkung Erforderliche Estrichmindestdicke
Normal zusammendrückbar Etwa 20 bis 30 MN/m³ WLG 040 Standard Geringer
Weichfedernd Unter etwa 10 bis 15 MN/m³ WLG 035 bis 040 Höher Erhöht

Die Anforderungen an den resultierenden Trittschallschutz des Gesamtaufbaus sind in DIN 4109 („Schallschutz im Hochbau“) als bewerteter Norm-Trittschallpegel L’n,w festgelegt; die rechnerische Prognose der Trittschallübertragung erfolgt nach DIN EN 12354-2.

 

Der Randdämmstreifen: Material, Breite und Fugenbewegung

Der Randdämmstreifen ist keine reine Formalität, sondern das Bauteil, das die gesamte Entkopplungsfunktion des schwimmenden Estrichs an den Rändern sicherstellt. Er besteht meist aus geschlossenzelligem PE-Schaum oder Mineralwolle, ist üblicherweise 8 bis 10 mm dick und muss über die gesamte spätere Estrichhöhe reichen, ohne durch Mörtelreste oder Fliesenkleber überbrückt zu werden.

Seine Breite muss so bemessen sein, dass sie die temperaturbedingte Längenausdehnung des Estrichs aufnehmen kann. Die Ausdehnung lässt sich näherungsweise mit ΔL = α·ΔT·L₀ berechnen, wobei α der Wärmeausdehnungskoeffizient des Estrichs ist (für Zementestrich etwa 10 bis 12 × 10⁻⁶ pro °C, für Calciumsulfatestrich meist etwas niedriger). Bei einem Heizestrich mit Temperaturschwankungen von 20 °C über eine Raumlänge von 6 m ergibt sich so eine Ausdehnung in der Größenordnung von 1,2 bis 1,5 mm je Randseite, ein Wert, der bei der Bemessung des Randstreifens und der Fugenbreite berücksichtigt werden sollte.

 

Wie dick muss schwimmender Estrich sein? Mindestdicke nach Estrichart und Belastungsklasse

Die Mindestnenndicke von schwimmendem Estrich ist in DIN 18560-2 geregelt und hängt von drei Faktoren ab: der Estrichart, der Belastungsklasse des Raumes und der Zusammendrückbarkeit der darunterliegenden Dämmschicht.

Estrichart Belastungsklasse Mindestnenndicke, normal zusammendrückbar Mindestnenndicke, weichfedernd
Zementestrich (CT) Wohnbereich, leichte Trennwände Typischerweise 45 mm Typischerweise 65 mm
Zementestrich (CT) Erhöhte Belastung Höher, projektspezifisch Höher, projektspezifisch
Calciumsulfatestrich (CA) Wohnbereich Typischerweise 35 mm Typischerweise 40 mm
Calciumsulfatestrich als Heizestrich Wohnbereich Überdeckung über Rohr üblicherweise um 45 mm gesamt Systemabhängig
Zementestrich als Heizestrich Wohnbereich Überdeckung über Rohr üblicherweise um 45 mm gesamt Systemabhängig

Rechenbeispiel Gesamtaufbauhöhe (Sanierungsfall, Wohnbereich, normal zusammendrückbare Dämmschicht, Zementestrich): Dämmschicht 25 mm + Trennlage vernachlässigbar + Estrich 45 mm + Bodenbelag ca. 10 mm ergibt eine Gesamtaufbauhöhe von rund 80 mm ab Rohdecke, ein Wert, der bei begrenzter Raumhöhe in der Sanierung häufig zum limitierenden Faktor wird.

📌 Hinweis

Diese Werte entsprechen den in der Baupraxis gängig zitierten Richtwerten nach DIN 18560-2, sollten aber vor jeder konkreten Anwendung anhand der aktuell gültigen Norm-Fassung und der Belastungsklasse des jeweiligen Projekts verifiziert werden, insbesondere bei erhöhten Lasten (z. B. Gewerbeflächen) oder speziellen Estrichsystemen mit eigenem bauaufsichtlichem Nachweis.

 

Wie belastbar ist schwimmender Estrich? Festigkeitsklassen, Gewicht und Rechenbeispiel

Die Belastbarkeit eines schwimmenden Estrichs hängt von seiner Festigkeitsklasse nach DIN EN 13813 ab: Druckfestigkeitsklassen C (z. B. C20 = 20 N/mm² Mindestdruckfestigkeit) und Biegezugfestigkeitsklassen F (z. B. F4 = 4 N/mm² Mindestbiegezugfestigkeit). Im Wohnungsbau werden üblicherweise Klassen ab C20-F4 gefordert, bei erhöhter Belastung auch C30-F5 oder höher. Da der Estrich vollständig von der Struktur entkoppelt ist und auf einer nachgiebigeren Dämmschicht aufliegt, reagiert er empfindlicher auf Punktlasten als ein Verbundestrich, insbesondere bei weichfedernden Dämmschichten.

Zum Gewicht: Bei einer typischen Rohdichte von etwa 2.000 kg/m³ für Zementestrich ergibt sich bei einer Mindestdicke von 45 mm ein Flächengewicht von rund 90 kg/m², bei 65 mm über weichfedernder Dämmschicht rund 130 kg/m². Ein Calciumsulfatestrich mit ähnlicher Rohdichte kommt bei 35 mm Mindestdicke auf etwa 70 kg/m². Dieses Flächengewicht ist bei der statischen Auslegung der Rohdecke zu berücksichtigen, insbesondere bei Altbauten oder Holzbalkendecken.

 

Wie wird schwimmender Estrich verlegt? Die Arbeitsschritte

  1. Untergrund vorbereiten: Rohdecke reinigen, ggf. Dampfsperre verlegen.
  2. Dämmschicht auslegen, stoßdicht und ohne Hohlräume, entsprechend der geforderten Wärme- und Trittschalldämmung.
  3. Randdämmstreifen anbringen an allen angrenzenden Bauteilen, über die gesamte spätere Estrichdicke.
  4. Trennlage (PE-Folie) über der Dämmschicht auslegen, mit Überlappung an den Stößen.
  5. Estrich einbringen: von Hand angemischt und abgezogen (traditioneller Estrich) oder als Fließestrich gepumpt, der sich selbst verläuft.
  6. Fugen anordnen.
  7. Trocknen und Feuchtemessung vor Belegung mit dem Bodenbelag.

 

Fugenplanung bei schwimmendem Estrich

Schwimmender Estrich benötigt, wie jeder Estrich mit Bindemittelschwindung, eine durchdachte Fugenplanung: Randfugen entlang aller angrenzenden Bauteile (durch den Randdämmstreifen realisiert) und Bewegungsfugen innerhalb der Fläche, um Spannungen aus Schwinden und Temperaturbewegung kontrolliert abzubauen.

Bei Zementestrich gelten als grobe Richtwerte Feldgrößen von maximal etwa 40 m² und ein Seitenverhältnis von nicht mehr als 2:1, zusätzlich Fugen an allen Türdurchgängen und Richtungswechseln des Grundrisses. Calciumsulfatestrich hat aufgrund des geringeren Schwindverhaltens in der Regel deutlich größere zulässige Feldgrößen ohne Bewegungsfuge, häufig ein Vielfaches der Werte für Zementestrich.

📌 Hinweis

Die genaue Fugenplanung bleibt immer produkt- und projektspezifisch und sollte anhand der Herstellerangaben des jeweiligen Estrichs sowie der Raumgeometrie festgelegt werden, nicht anhand pauschaler Richtwerte allein.

 

Wie lange muss schwimmender Estrich trocknen? Begehbar vs. belegreif

Zwei Begriffe werden häufig verwechselt: begehbar (der Estrich kann vorsichtig betreten werden, meist nach 24 bis 48 Stunden) und belegreif (der Estrich hat die für den vorgesehenen Bodenbelag zulässige Restfeuchte erreicht und kann belegt werden). Als grobe Faustregel wird in der Praxis oft von etwa einer Woche Trocknungszeit pro Zentimeter Estrichdicke unter normalen Bedingungen ausgegangen:

  • 35 mm: Etwa 3,5 Wochen
  • 45 mm: Etwa 4,5 Wochen
  • 65 mm: Etwa 6,5 Wochen

📌 Hinweis

Diese Faustregel ist eine grobe Orientierung und ersetzt nicht die Feuchtemessung. Ungünstige Bedingungen (Kälte, schlechte Belüftung, hohe Luftfeuchtigkeit) können die tatsächliche Trocknungszeit deutlich verlängern, Calciumsulfatestrich trocknet unter gleichen Bedingungen in der Regel schneller als Zementestrich.

Die Restfeuchte wird in Deutschland standardmäßig mit der CM-Methode (Calciumcarbid-Methode) gemessen, dem in der Praxis anerkannten Verfahren zur Bestimmung der Belegreife.

Estrichart Übliche CM-Grenzwerte ohne Fußbodenheizung Übliche CM-Grenzwerte mit Fußbodenheizung
Zementestrich (CT) Häufig zitierter Richtwert um 2,0 % CM Niedriger, häufig um 1,8 % CM
Calciumsulfatestrich (CA) Häufig zitierter Richtwert um 0,5 % CM Deutlich niedriger, häufig um 0,3 % CM

📌 Hinweis

Diese CM-Grenzwerte sind branchenübliche Richtwerte und variieren je nach Bodenbelag, Klebstoffhersteller und Estrichprodukt. Sie ersetzen keine produktspezifische Freigabe des Estrich- und Belaghersteller vor Ort.

Bei Heizestrich ist vor der Belegreifheizung zusätzlich ein Aufheizprotokoll nach DIN EN 1264 erforderlich: zunächst ein Funktionsheizen zur Kontrolle der Anlage, anschließend ein Belegreifheizen mit stufenweiser Temperaturerhöhung, bevor der Bodenbelag verlegt werden darf.

 

Wo wird schwimmender Estrich eingesetzt? Fußbodenheizung und weitere Anwendungen

Schwimmender Estrich ist die Standardlösung im Wohnungsbau, überall dort, wo Trittschallschutz zwischen Geschossen gefordert ist (Mehrfamilienhäuser, Geschosswohnungsbau) oder eine thermische Entkopplung von der Rohdecke gewünscht wird (z. B. über unbeheizten Kellerräumen). Er ist außerdem die bevorzugte Ausführungsart für Fußbodenheizungen, da die Dämmschicht die Wärme nach oben in den Raum statt nach unten in die Rohdecke lenkt, und die Entkopplung Spannungen durch die thermische Ausdehnung des Heizestrichs aufnimmt.

 

Besondere Anwendungsfälle: Altbau, Holzbalkendecke, Nassräume, Gewerbe

Schwimmender Estrich im Altbau: Vor dem Einbau muss die Tragfähigkeit der bestehenden Decke geprüft werden, da das zusätzliche Flächengewicht bei älteren Decken relevant sein kann. Häufig wird hier eine leichtere Dämmschicht- und Estrichkombination gewählt, um die zusätzliche Last zu begrenzen.

Schwimmender Estrich auf Holzbalkendecke: Anders als bei einer massiven Betondecke muss hier die Durchbiegung der Holzbalkendecke unter Last berücksichtigt werden. Eine ausreichend steife Estrichkonstruktion und teilweise eine zusätzliche Beplankung sind erforderlich, um Rissbildung durch die größere Nachgiebigkeit des Untergrunds zu vermeiden.

Schwimmender Estrich in Nassräumen: In Bädern oder anderen Feuchträumen ist eine zusätzliche Abdichtung (Verbundabdichtung) oberhalb des Estrichs zwingend erforderlich. Calciumsulfatestrich ist hier ungeeignet und wird durch Zementestrich ersetzt, da Anhydritestrich dauerhafter Feuchtebelastung nicht standhält.

Schwimmender Estrich im Gewerbe- und Bürobereich: Höhere Verkehrslasten und häufig Anforderungen an Rollstuhlverkehr oder Aktenschränke erfordern in der Regel höhere Festigkeitsklassen (ab C25-F5 aufwärts) sowie eine gezielte Abstimmung der Dämmschichtklasse, um die zulässige Durchbiegung unter Punktlast nicht zu überschreiten.

 

Vorteile und Nachteile von schwimmendem Estrich

Vorteile:

  • Wirksamer Trittschallschutz zwischen Geschossen.
  • Verbesserte Wärmedämmung gegenüber unbeheizten oder kalten Untergeschossen.
  • Ideal in Kombination mit Fußbodenheizung.
  • Vollständige Entkopplung von Bewegungen der Rohdecke, reduziert Rissübertragung.

Nachteile:

  • Größere Aufbauhöhe erforderlich als bei Verbundestrich.
  • Empfindlicher gegenüber Punktlasten aufgrund der nachgiebigeren Unterlage.
  • Längere Trocknungszeit als ein dünnerer Verbundestrich bei vergleichbarem Bindemittel.
  • Höherer Ausführungsaufwand (Randdämmstreifen, Trennlage, Fugenplanung).

 

Häufige Mängel bei schwimmendem Estrich und wie man sie vermeidet

  • Hohl klingender Estrich: deutet meist auf Hohlstellen zwischen Estrich und Dämmschicht hin, verursacht durch unzureichend verdichteten Estrich, beschädigte Dämmplatten oder Lufteinschlüsse beim Einbringen. Vermeidung durch sorgfältiges Verdichten und stoßdichtes, unbeschädigtes Verlegen der Dämmschicht.
  • Randfugenschäden: fehlender oder beschädigter Randdämmstreifen führt zu Schallbrücken und kann Risse an den Übergängen zu Wänden verursachen. Vermeidung durch durchgehenden Randstreifen über die gesamte Estrichhöhe, erst nach Belegreife auf Höhe des Bodenbelags zugeschnitten.
  • Rissbildung: durch fehlende oder falsch platzierte Bewegungsfugen, zu schnelles Austrocknen oder unzureichende Estrichdicke bezogen auf die Belastungsklasse. Vermeidung durch korrekte Fugenplanung und kontrolliertes Abtrocknen ohne Zugluft oder direkte Sonneneinstrahlung.
  • Feuchteschäden am Bodenbelag: durch Belegung vor Erreichen der tatsächlichen Belegreife, trotz optisch trocken wirkender Oberfläche. Vermeidung ausschließlich durch CM-Messung vor jeder Belegung, unabhängig von der verstrichenen Zeit.

 

Die Overmat-Lösungen für schwimmenden Estrich

Overmat, italienisches Unternehmen und führender Hersteller automatisierter Misch- und Pumpanlagen, produziert Estrichmaschinen für die Herstellung von Zement-, Calciumsulfat- und Fließestrichen, die sich alle für die schwimmende Verlegung eignen.

Die Serie T ist auf traditionellen Zementestrich spezialisiert, sowohl aus lose gelagertem Material als auch aus Fertigmischungen, und eignet sich auch für die Herstellung von Heizestrich. Dank der absenkbaren Mischtrommel bleibt der Schwerpunkt der Maschine niedrig, was die Fahrstabilität verbessert. Die Serie ist außerdem als Estrich LKW in einer Hybridversion mit Nebenabtrieb oder Hilfsmotor erhältlich, die sowohl im Fahrzeugbetrieb als auch netzgebunden arbeiten kann.

Die Serie ALS ist auf Fließestrich (Zement- oder Anhydritbasis) ausgelegt und erreicht dabei eine hohe Präzision bei der Dosierung von Bindemittel, Wasser und Zusatzmitteln, den entscheidenden Parametern für Fließfähigkeit und Stabilität der Mischung. Diese Estrichmaschine verfügt über eine Feuchtigkeitssonde für den Sand, die eine automatische Korrektur der Wasserzugabe bei jeder Charge ermöglicht, was ein gleichmäßiges Endprodukt unabhängig von Witterungseinflüssen garantiert. Auf Wunsch ist die Serie auch mit zwei getrennten Bindemittelsilos erhältlich, sodass an einem einzigen Tag zwei unterschiedliche Materialien produziert werden können.

Die Serie TWIN vereint beide Verfahren in einer einzigen Maschine mit doppeltem Mischsystem: eine erste feste Mischwanne dosiert und vermischt alle Komponenten, während zwei austauschbare Pumpwannen vor Ort je nach benötigtem Produkt eingesetzt werden.

Der gesamte Produktionsprozess der Maschine für Estrich wird über die Bordelektronik erfasst und kann über MixerApp aus der Ferne eingesehen werden: in Echtzeit lassen sich der Maschinenstatus, die GPS-Position des Fahrzeugs, die produzierten Mengen sowie die Rezeptverwaltung überwachen.

 

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wann ist schwimmender Estrich begehbar?

In der Regel nach 24 bis 48 Stunden, abhängig von Estrichart und Umgebungsbedingungen. Begehbarkeit bedeutet jedoch nicht Belegreife: Vor der Verlegung des Bodenbelags ist immer eine Feuchtemessung mit der CM-Methode erforderlich.

Welche Eigenschaften hat schwimmender Estrich?

Vollständige Entkopplung von der Rohdecke über eine Dämmschicht, wirksamer Trittschallschutz, gute Eignung für Fußbodenheizungen, aber empfindlicher gegenüber Punktlasten als Verbundestrich und mit größerer Aufbauhöhe verbunden.

Ist ein schwimmender Estrich für Fußbodenheizung geeignet?

Ja, schwimmender Estrich ist die bevorzugte Ausführungsart für Fußbodenheizungen, da die Dämmschicht die Wärme gezielt nach oben lenkt und die Entkopplung thermische Bewegungen des Heizestrichs aufnimmt.

Wie viel Gewicht hält schwimmender Estrich aus?

Die zulässige Belastung hängt von der Festigkeitsklasse nach DIN EN 13813 ab, nicht von einem pauschalen Wert. Aufgrund der nachgiebigeren Dämmschicht reagiert schwimmender Estrich empfindlicher auf konzentrierte Punktlasten als ein Verbundestrich, weshalb hohe Punktlasten eine höhere Festigkeitsklasse und Belastungsklasse der Dämmschicht erfordern.

Ist Zementestrich schwimmender Estrich?

Nicht zwangsläufig. Zementestrich ist ein Bindemittel (nach DIN EN 13813), schwimmend eine Verlegeart (nach DIN 18560-2). Ein Zementestrich kann sowohl als Verbundestrich fest mit dem Untergrund verklebt als auch schwimmend auf einer Dämmschicht verlegt werden. In der Praxis ist die Kombination aus Zementestrich und schwimmender Verlegung jedoch die im Wohnungsbau am häufigsten anzutreffende Lösung.

Wann wird schwimmender Estrich verwendet?

Immer dann, wenn ein Trittschallschutz zwischen Geschossen gefordert ist, eine thermische Entkopplung von der Rohdecke gewünscht wird (etwa über unbeheizten Kellerräumen) oder eine Fußbodenheizung eingebaut werden soll. Er ist die Standardlösung im modernen Wohnungsbau, insbesondere im Geschosswohnungsbau mit mehreren übereinanderliegenden Einheiten.